Historischer Hintergrund

 

Im Jahr des Herrn 1432 waren auf dem Nordgau die Hussiten plündernd im Land und so ließ der bamberger Bischof Anton von Rothenhahn die Grenzen seiner Besitzung, Vogtei Vilseck durch sogenannte Zargen sichern.

So wie eine Tür in der Zarge Halt findet und sich schließen lässt, konnte bei einer Zarge die Straße versperrt werden.

Nach dem jetzt noch vorliegenden Baubefund, war diese damals ein größeres steinernes Haus mit Turm, Kellern, Mauern und Brunnen. Ob zuvor etwas ähnliches an gleicher Stelle stand, ist nicht bekannt.

Ab 1432 wird diese Zarge häufiger erwähnt und erscheint auch auf der Zweidlerkarte von 1597. Hier wird sie als Unterzarg bezeichnet.

Auf Rekonstruktionen sieht eine Zarge zwar aus wie eine kleine Burg, war jedoch kriegsmäßig nicht bedeutend.


(Die Zarg um 1500. Bedachung, Zinnen und Zwinger sind nicht gesichert)
 

Die paar Söldner, die hier lebten, reichten gerade aus um in Friedenszeiten die Straße zu sichern.

Die unteren Räume des Hauses dürften damals der Aufenthaltsort der Landsknechte gewesen sein. Das Kreuzgewölbe stammt noch aus dieser Zeit.

Die erst später erwähnte Kapelle durfte damals noch nicht vorhanden gewesen sein. Und in der heutigen Sakristei lies sich eine alte Feuerstelle (wahrscheinlich einer Küche) nachweisen.

1432 war der Ritter Heinrich Nothaft von Wernberg Lehensinhaber der Zarg, d.h. er war nach dem Bischof von Bamberg für die Besetzung mit Landsknechten verantwortlich und bekam auch einen Teil der Einnahmen. Selbst lebte der Ritter nicht auf der Zarge.

Um 1500 besaß das Lehen Albrecht Zirkendorfter und ab 1523 Hans von Schlammersdorf, der damals mächtigste Ritter der Oberpfalz.

Im Bauernkrieg 1512 wurde die Zarge durch den Ritter Hans von Sebitz, einem Mitstreiter von Götz von Berlichingen einfach überrannt, 1552 im „Marktgräfler Krieg“ durch Reiter des Grafen Albrecht Alkibiates von Kulmbach eingenommen und geplündert. 

Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Zargen ausgedient und 1641 wurde diese durch schwedische Reiter beim Angriff auf Vilseck niedergebrannt.

Die letztlich erhaltenen Teile wurden 1665 durch den Hans-Georg Mayer, Ackerbürger in Vilseck erworben. Über einige Besitzer gelangte das Anwesen um 1700 an die Familie Sichelstiel, die es zu einem Bauernhof umwandelte. Im Besitz dieser Erblinie ist es noch heute. 

Aus der Zarge war nun der Zarghof geworden. Ein Gutshof mit ca. 70 ha, zwar eher klein, aber für oberpfälzer Verhältnisse trotzdem ansehnlich. Aus dieser Zeit mindestens ist auch die Kapelle zur hl. Dreifaltigkeit bezeugt und im Matrikelbuch der Diözese Regensburg aufgeführt. In dieser zwar kleinen, aber freundlichen Kapelle wurden und werden Taufen und Hochzeiten bis in die heutige Zeit gefeiert. 

Im 18. Jahrhundert wurde der Hof dann Sarghof genannt und um 1880 erstmals Sorghof. Bei der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr 1937 baute man neben diesen alten Hof ein neues Dorf. Es sollte zuerst Neudorf heißen, wurde aber dann Sorghof benannt und ist mittlerweile auf ca. 1000 Einwohner angewachsen. 

Die alte Zarge, heute das „alte Haus“ auf dem Sorghof hat die Zeit überdauert. Nach vielen Nutzungen als Wohnhaus, Speicher und Stall ist es 1995 wieder als Veranstaltungsraum zugänglich gemacht worden. 
 

Die alten Räume, Gewölbe, Kapelle und Brunnen sind wieder zu sehen und werden erhalten.



Im Sommer 2009 wurden sie wieder fachkundig renoviert und haben Leben wie eh und je in ihren Mauern.
 


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